Die Mars-Mission rollt an

Der Thurgauer Steve Schild will zum Mars fliegen. Er organisiert mit zwei Mitbewerbern eine Mars-One-Party im Technorama in Winterthur. Stargast ist Mars-One-Gründer und -CEO Bas Lansdorp. Es kommen Menschen aus der ganzen Welt, die ebenfalls auf den Mars wollen.

WINTERTHUR. Ken Johnston sticht heraus. Im hellblauen Nasa-Overall steht der Amerikaner im Technorama und verteilt bunte Mars-Dollars. Johnston strahlt. Er war Mitarbeiter bei der Apollo-Mission 1966. Damals sei er zu jung gewesen für den Mondflug. Für Space Shuttle war er dann schon zu alt. Heute ist er 71 und will in zehn Jahren zum Mars. Er werde oft gefragt, ob er nicht zu alt dafür sei, erzählt er mit breitem Grinsen. Er denke nicht. «Ich habe gute Gene.» Ausserdem sei es gut für die Jungen, wenn jemand mit Erfahrung an Bord sei.

Alle wollen Lansdorp

Ein bunter Trupp hat sich im Technorama in Winterthur eingefunden. Steve Schild aus Balterswil, der einzige Thurgauer unter momentan rund tausend Mars-One-Kandidaten, hat zusammen mit seinen Mitbewerbern Christian Meyer aus Nyon und dem Deutschen Robert Schröder die Mars-One-Party auf die Beine gestellt. Bas Lansdorp, der Gründer und CEO des Projektes, ist gekommen. Ein schlanker Mann und begnadeter Redner. Um ihn herum schwirren die TV-Teams aus Polen, Belgien und Frankreich.

Am Morgen war das Schweizer Fernsehen da. Die lokalen Medien seien eher wenig vertreten, sagt Corinna Küttel, die Freundin von Steve Schild. Sie sitzt am Eingang, verteilt Namensschilder, gibt Auskunft. Immer strahlend, immer gut gelaunt. Manchmal denke sie daran, wie es wohl sein werde, sollte ihr Steve wirklich aufbrechen zum Mars. «Ein paar Jahre wären okay, aber für immer . . .»

Einige Minuten später dankt Steve Schild seiner Liebsten vor versammeltem Publikum. Er sagt, dass jeder Moment zusammen viel wichtiger geworden sei, seit er sich für Mars One beworben habe. Dann schluckt er ein paar Mal, unterdrückt die Rührung. «Ich liebe Dich, mein Schatz.»

Er sagt es auf Englisch. Alle reden Englisch hier. Mindestens die Hälfte der knapp 100 Gäste sind Kandidaten, sie sind aus Polen gekommen und sogar aus Kanada und Südafrika. Auch Frauen sind dabei, so wie Tatiana Medvedeva. Die 31jährige Russin arbeitet im Cern in Genf als Physikerin. Mit ihren weissblonden Haaren und dem langen schwarzen Ledermantel sieht sie aus wie die Heldin eines futuristischen Comics. «Ich glaube, Mars One könnte von mir profitieren und ich von Mars One», sagt sie. Dass sie auf dem unwirtlichen Planeten ein karges Leben führen müsste, schreckt sie nicht. «Ich bin Wissenschafterin. Für mich wäre das alles wahnsinnig spannend.»

Warum? Warum nicht?

Die meisten Besucher der Mars-One-Party sind bereit, ihr Leben für das Abenteuer Mars zu opfern. Warum? «Warum nicht?», sagt Christian Meyer, Informatiker aus Nyon. Schon als Kind träumte er vom Mars und wollte Astronaut werden. «Momentan kommt mir alles noch etwas unrealistisch vor», sagt Moni Neuweiler aus Winterthur, die Mutter von Steve Schild. Doch sie versteht ihren Sohn. «Man soll seine Träume nicht einfach aufgeben.»

Für Bas Lansdorp ist das Unterfangen nicht unrealistischer als die Entdeckung von Amerika. Damals seien die Siedler auch aufgebrochen und hätten nicht gewusst, was sie erwartet. Es sei ein endgültiger Abschied von Freunden und Familie gewesen. Die Technologie, die es braucht um den Mars zu besiedeln ist vorhanden, sagt Lansdorp: «Der Mars ist der logische nächste Schritt für die Menschheit. » thurgauerzeitung

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Mars One – First Private Mars Mission in 2018

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Mars One reduziert Kandidaten auf 1.058

marsRund 200.000 Bewerber für Mars One schaffen die erste Auswahlrunde nicht. Vier österreichische Kandidaten sind noch im Rennen um ein One-Way-Ticket zum Mars.

“Wir sind äußerst beeindruckt von der Anzahl an Personen, die ihre Bewerbungen einreichten”, sagt Bas Lansdorp, Mitbegründer des privaten Raumfahrt-Projektes Mars One. “Dennoch ist es eine Herausforderung, bei 200.000 Bewerbern jene, die wir physisch und geistig als menschliche Botschafter auf dem Mars für geeignet halten, von jenen zu unterscheiden, die die Mission offensichtlich weniger ernst nehmen. Ein paar der Bewerber machten sogar Nacktvideos.”

Der ursprünglich über 200.000 Personen umfassende Bewerberpool wird in einer ersten Auswahlrunde um 99,5 Prozent reduziert. 1.058 Kandidaten bleiben übrig. Darunter befinden sich laut einer Statistik von Mars One vier Österreicher. Der interviewte Physiker Christopher Vasko erhielt zunächst eine Absage, ein paar Tage später jedoch eine Zusage. Der Grund dafür lag laut Mars One in einer Verwechslung von E-Mail-Adressen. Laut einer Presseaussendung von Mars One wurden alle Kandidaten via E-Mail über ihren Verbleib im Auswahlprozess benachrichtigt.

Zweite Chance lebt

Für ausgeschiedene Kandidaten wird es in Zukunft eine weitere Bewerbungschance geben. Das genaue Datum für die Hoffnungsrunde ist noch unklar, aber Lansdorp macht den vielleicht momentan Enttäuschten Mut: “US-Astronaut Clayton Anderson wurde von der NASA fünfzehn Mal zurückgewiesen, dennoch bestieg er im Jahr 2007 das Space Shuttle Atlantis in Richtung Internationale Raumstation. Er bewies, dass alles passieren kann und die Tür niemals vollständig geschlossen ist.”

Die 1.058 verbliebenen Kandidaten können sich auf harte weitere Auswahlrunden gefasst machen. “Die nächsten Selektionsphasen 2014 und 2015 werden rigorose Simulationen beinhalten, viele davon in Teamsituationen, mit einem Fokus auf das Austesten von physischen und emotionalen Fähigkeiten. Wir erwarten uns die Motivation unserer Kandidaten, diesen großen Schritt für die Menschheit zu wagen, besser zu verstehen”, meint Norbert Kraft, der medizinische Leiter von Mars One.

Großteil der Kandidaten aus Amerika

Der Großteil der 1.058 Auserwählten kommt aus Amerika (458), gefolgt von Europa (282), Asien (218), Afrika (54) und Ozeanien (46). Altersmäßig schwebt den Mars-One-Leitern offenbar eine jüngere Besatzung vor. 357 Personen sind unter 25 Jahre alt, 415 sind zwischen 26 und 35, 177 zwischen 36 und 45, 83 zwischen 46 und 55 Jahre alt und 26 Personen sind über 56 Jahre alt. Der älteste Kandidat in Runde zwei ist 81 Jahre alt. Das Geschlechterverhältnis schlägt leicht zugunsten der Männer aus. Auf 586 männliche kommen 472 weibliche Kandidaten.

Anfang Dezember kündigte Mars One an, Lockheed Martin und Surrey Satellite Technology als potente Industriepartner für sein Raumfahrt-Projekt gewonnen zu haben. Bei der Pressekonferenz kündigte Lansdorp an, die erste Auswahlrunde der Raumfahrer-Kandidaten noch 2013 abschließen zu wollen. Kurz vor Jahreswechsel ist dies nun eingetreten. » futurezone

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Mars One ist eine Reise ohne Wiederkehr – Gedanken der möglichen Betroffenen

Ken Sullivan (38) aus Utah ist in der engeren Wahl als Besatzungsmitglied der Mars One Mission. Die Mission ist zur Besiedelung des Roten Planeten im Jahr 2024 vorgesehen. Es wird keine Rückkehr zur Erde geben. Ken ist Ehemann und Vater von vier Kindern im Alter von sechs Monaten bis 13 Jahren.

Ken hofft, dass seine Familie ihm vergeben kann seinen Traum zu leben, der nicht der ihrige ist. Seine Ehefrau Becky denkt an Scheidung, falls sie seinen Träumen im Wege stehe sollte. Seine älteste Tochter Jocelyn (13) findet es aufregend und unterstützt seinen Wunsch.

Kaitlyn (12) ist weniger begeistert davon, dass sie ihren Vater dann niemals mehr wieder sehen wird. Ken möchte gerne bei seiner Familie bleiben, aber wenn er letztendlich ausgewählt wird, dann würde er sich für seinen Traum entscheiden und einer der ersten vier Menschen auf dem Mars sein.

Mars-One-ist-eine-Reise-ohne-Wiederkehr-Gedanken-der-moeglichen-Betroffenen_1071232Quelle: m.sltrib.com

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Nasa-Liebling entdeckt Mars-Geheimnisse

Inzwischen hat er sich auf dem Mars ganz gut eingerichtet: Rover „Curiosity“ feierte 2013 seinen ersten Jahrestag auf dem Roten Planeten. Die Mission verzückt Forscher weiter am laufenden Band mit neuen Erkenntnissen. » handelsblatt

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Urzeit-See bot einst lebensfreundliche Bedingungen

In einem Urzeit-See auf dem Mars haben einst lebensfreundliche Bedingungen geherrscht. Das schließen Forscher aus den Messdaten des Marsrovers. Curiosity war im August vergangenen Jahres in einem Marskrater gelandet und erkundet seitdem seine Umgebung. Was er dabei schon alles auf dem Roten Planeten entdeckt hat.

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Das undatierte Handout des Wissenschaftsmagazins “Science” zeigt eine Aufnahme des Marsrovers “Curiosity” aus einer Mulde im Gale-Krater des Planeten Mars. Wissenschaftler vom California Institute of Technology schließen aus den Messdaten von “Curiosity”, das in einem Urzeit-See einst lebensfreundliche Bedingungen geherrscht haben. Der Rover hatte eine fünf Meter tiefe Mulde namens Yellowknife Bay im Gale-Krater untersucht und war dort auf ein Ensemble von feinen, mittelgroßen und groben Sedimenten gestoßen, wie sie sich in ruhigem Wasser formen. Die Messungen belegten, dass der Gale-Krater vor rund 3,6 Milliarden Jahren mindestens einen See beherbergt habe, erläuterte das an der Forschung beteiligte Imperial College London in einer Mitteilung.

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Humanoider Roboter im Iron Man-Outfit soll auf den Mars

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Die NASA hat einen knapp 1,90 Meter großen und etwa 130 Kilogramm schweren Roboter entwickelt, dessen Design an Iron Man erinnert. Der Humanoid soll in der Zukunft für Weltraum-Missionen zum Mars eingesetzt werden, um Menschenleben nicht unnötig zu gefährden. Autonom arbeitet “Valkyrie” allerdings noch nicht.

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Erste Mondlandung seit 37 Jahren

Erstmals ist ein chinesisches Raumschiff auf dem Mond gelandet. „Chang’e 3“ setzte am Samstag um 14.11 Uhr MEZ auf dem Erdtrabanten auf. Als Landeplatz wählten die Raumfahrtingenieure die „Bucht der Regenbogen“, die zu den schönsten Mondlandschaften gehört. Damit ist China nach den USA und der früheren Sowjetunion die dritte Nation, die dem Mond einen Besuch abstattet.

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Alles verlief genau nach Plan. Pünktlich zur vorhergesagten Zeit setzte das Raumschiff problemlos auf der Mondoberfläche auf, ohne viel Staub aufzuwirbeln, wie das Staatsfernsehen berichtete. Im Kontrollzentrum in Peking brach spontaner Jubel aus. Als Erstes wurden die Solarsegel ausgeklappt, um das Landefahrzeug mit Strom zu versorgen und nur acht Minuten später sendete „Chang’e 3“ die ersten Fotos vom Mond.

Das chinesische Staatsfernsehen sprach von einem „historischen Augenblick“. Die Landung sei ein „großer Schritt in der Erforschung des Weltraums.“ Der Mondflug demonstriere die technologische Leistungsfähigkeit der zweitgrößten Wirtschaftsnation. » orf

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Dieser Typ findet Startups langweilig – kein Wunder, er will zum Mars

Er will Menschen auf den Mars schicken – und nie wieder zurückholen.

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„Wer denkt, es sei zu gefährlich, soll nicht hinfliegen“

Mehr als 2000 Entrepreneure und Techies drängen sich Ende Oktober auf dem Wiener Pioneers Festival. Ein schmächtiger Holländer mit kurzrasiertem Schädel ist hier ein Außenseiter: Zwar ist Bas Lansdorp auch so etwas wie ein Tech-Pionier – aber er designt keine App, schreibt nicht an Algorithmen oder lötet keine Hardware zusammen.

Bas Lansdorp will den Mars besiedeln.

Der Ingenieur ist der Mann hinter Mars One, jenem Projekt, das spätestens 2022 eine bemannte Mission auf den roten Planeten schicken will – die dort bleiben soll, für immer. Klingt total hirnrissig? Vielleicht schon. Aber 200.000 Menschen glauben daran. So viele haben sich bislang für die erste, vierköpfige Crew beworben. Sie alle sind offenbar bereit, ihren Heimatplaneten für immer zu verlassen.

Können sie Bas Lansdorp vertrauen? Der Mars-One-Gründer über die Herausforderungen der Technik, die Vorzüge privater Raumfahrt und den Vergleich mit „normalen“ Entrepreneuren.

Eigentlich passen Sie als Weltraumforscher nicht so richtig auf das Pioneers-Festival. Oder doch? Haben Sie etwas gemein mit den Gründern und Techies?

Ich glaube, alle technology people interessieren sich für die Erforschung des Weltraums. Wir haben diesen großen, großen Plan, über den die Leute mehr hören wollen. Wahrscheinlich hat man mich aber auch eingeladen, um die Leute daran zu erinnern, dass es immer einen größeren Weg gibt, über Dinge nachzudenken.

Waren Sie als Kind schon fasziniert von Sternen und Planeten?

Nein, nicht wirklich. Ich hatte Raumfahrer-Lego, als ich klein war. Aber ich habe mich nie wirklich für die Erforschung des Weltraums interessiert. Ich erinnere mich an das Space Shuttle, an den ersten niederländischen Astronauten, aber ich war kein großer Fan. Die Faszination kam erst, als ich die ersten Bilder des Mars-Rovers „Sojourner“ im Fernsehen sah. Das hat bei mir den Wunsch ausgelöst, selbst zum Mars zu fliegen.

Das war 1997, Sie waren da schon 20 Jahre alt. War das Unternehmen damals schon als One-Way-Mission gedacht?

Immer schon. Weil die Technologie zur Rückkehr einfach noch nicht existiert. Und ich bin ein Typ, der die Dinge gern so einfach wie möglich hält. Warum sollten wir dieses zusätzliche Risiko eingehen, diese zusätzlichen Kosten auf uns nehmen, wenn wir das gar nicht brauchen? Ich wollte immer auf den Mars fliegen, um dort zu bleiben. Das erschien mir immer logisch. Und es ist viel effizienter – wenn man es mit den Missionen vergleicht, die die Raumfahrtagenturen planen: Sie geben mindestens zehn Mal so viel Geld dafür aus, die Raumfahrer zurückzuholen, man bekommt nur ein Jahr nützlicher Arbeit. Wenn die Menschen dort bleiben, kostet es viel weniger – und sie werden dort 40 oder 60 Jahre arbeiten können.

Es ist trotzdem unheimlich komplex. Es dürfte es in Ihrer ganzen Unternehmung viele Dinge geben, die technisch noch nicht gelöst sind.

Nein, das stimmt nicht. Bei einer permanenten Mission gibt es ein paar Sachen, die angepasst oder leicht verbessert werden müssen – zum Beispiel muss das Landesystem um den Faktor 1,7 verstärkt werden. Die Falcon-Heavy-Rakete, die wir nutzen, ist noch nicht geflogen – aber sie wurde bereits für einige Satellitenstarts im Jahr 2016 gebucht. Aber die Lebenserhaltungssysteme zum Beispiel sind auf dem Mars einfacher zu betreiben als im Weltraum. Es gibt dort Ressourcen wie Wasser, Kohlendioxid und Stickstoff. Ja, unsere Astronauten werden in den ersten zwei Jahren nicht duschen können – das ist ein Zugeständnis, das man machen muss, um die Dinge so einfach wie möglich zu halten. Zwei Jahre lang nicht duschen zu können, würde bei einer NASA-Mission nie akzeptiert werden.

Sie sagen, die NASA sei zu vorsichtig mit ihren Missionen…

…nein, nicht zu vorsichtig. Die NASA ist eine andere Organisation, eine politische Organisation. Sie braucht die Unterstützung des Kongresses und der Steuerzahler. Wenn etwas schiefgeht, gibt es für die nächste Mission kein Geld mehr. Deshalb ist die NASA in eine Spirale von mehr und mehr Tests und Prüfungen gerutscht, was einfach sehr teuer und komplex ist. Wahrscheinlich gibt es für die NASA in dieser Zeit knapper Haushalte aber gar keinen anderen Weg.

Es liegt also am Geld, dass immer mehr Weltraumprojekte von privaten Unternehmen übernommen werden?

Das glaube ich nicht. Die NASA hat immerhin 26 Milliarden US-Dollar pro Jahr zur Verfügung. Das ist immer noch viel Geld. Ich glaube, es liegt daran, dass viele Privatpersonen und Unternehmen vom langsamen Tempo der Raumfahrtagenturen frustriert sind. Klar, das ist eine neue Welt, in der es Leute gibt, die genug Geld haben, um eine Marsmission von ihrem Bankkonto finanzieren. Das gab es früher nicht. Die Welt verändert sich. Übrigens auch dank Internet und sozialer Medien. Wenn wir jeden Menschen auf der Welt um einen Dollar bitten könnten, hätten wir genügend Geld für unsere Mission. Natürlich besitzt nicht jeder Mensch einen Dollar, deshalb können wir das nicht.

Sie bekommen wahrscheinlich häufig zu hören: „Das ist verrückt!“

Das ist die erste Reaktion von jedem, der davon hört. Das liegt an den Raumfahrtagenturen, deren Pläne für Marsmissionen hunderte Milliarden Dollar teuer und mindestens 20 Jahre entfernt sind – übrigens zumeist wegen des Rückflugs. Aber wenn ich den Leuten die Technologien erkläre, unsere Partner nenne, dann verstehen sie, dass es for real ist. Zu unseren Botschaftern gehören Nobelpreisträger und Astronauten, in unserem Beraterkreis sitzen NASA-Leute. Wenn ich den Leuten die Mission im Detail erkläre, dann erkennen sie, dass es da wirklich nichts gibt, das nicht möglich ist. Das gesamte Projekt mag unmöglich erscheinen, aber wenn man sich alle Einzelteile ansieht, merkt man: Es ist komplex, aber es ist möglich.

Nächster Vorwurf: Die Mission ist gefährlich.

Natürlich ist sie gefährlich. Alles, was am Rand des Machbaren geschieht, ist gefährlich. Menschen besteigen den Mount Everest, zwei Prozent davon sterben. Weil es gefährlich ist. No guts, no glory. Wer denkt, es sei zu gefährlich, soll nicht hinfliegen. Wir machen die Gefahren allen deutlich, den Bewerbern, aber auch unseren Sponsoren, Partnern, Investoren und der Öffentlichkeit. Wir werden das Risiko so gut es geht entschärfen, aber es wird immer gefährlich bleiben. Aber Mars One wird zum Beispiel viel sicherer sein als die Mondlandungen, weil wir viel mehr Tests machen werden. Das Landesystem wird alleine acht Mal getestet worden sein, bevor Menschen es nutzen werden. Die Mondlandung wurde nie vorher auf dem Mond getestet. Ihr Start wurde nie getestet. Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wurde nur ein Mal getestet. Die Rakete wurde nur zwei Mal getestet. Das ist gefährlich.

Keiner weiß, wie Menschen darauf reagieren, dass sie nicht mehr zur Erde zurückkehren können.

Dieses Argument kam immer wieder auf in der Geschichte der Menschheit, bei jeder neuen Technologie. Bei den Dampflokomotiven wurde prophezeit, dass Kühe keine Milch mehr geben und die Leute verrückt werden würden. Man hat zuerst Hunde und Affen in den Weltraum geschickt, weil man dachte, sie würden verrückt werden. Man hat geglaubt, dass Astronauten auf dem Mond verrückt werden würden, weil die Erde so weit entfernt ist. Die Leute sind stark. Sie wachsen mit den Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind. Schauen Sie sich an, mit was Menschen schon fertig werden mussten: Nelson Mandela etwa, der für eine so lange Zeit im Gefängnis war. Da würde man auch sagen: Wer das ertragen muss, wird verrückt. Geist und Körper des Menschen sind extrem stark und anpassungsfähig. Aber verstehen Sie mich nicht falsch, es wird hart sein, vor allem für die erste Crew.

Und Sie werden vier Nelson Mandelas finden müssen.

Ja, sehr starke Leute. Das ist unsere größte Herausforderung. Es ist nicht schwierig, Ingenieure oder Ärzte zu finden. Sondern vier Menschen, die es auf so kleinen Raum 32 Monate lang aushalten, bevor die zweite Crew ankommt. Übrigens ein wirklich guter Slogan: Wir müssen vier Nelson Mandelas finden. Danke dafür.

Sie haben über die Mission mal gesagt: Wenn Mars One gelingt, dann hat die Menschheit bewiesen, dass sie auch mit ganz anderen Problemen fertig werden kann. Vor welchen Herausforderungen steht die Menschheit Ihrer Meinung nach derzeit?

Ehrlich gesagt bin ich ein Optimist. Wenn ich mir die Geschichte ansehe, dann ging es uns früher viel schlechter. Es gab viele Kriege. Heute sind die Kriege kleiner und lokal begrenzter. In den achtziger Jahren gab es sauren Regen. Wir haben keinen sauren Regen mehr! Wir haben viel erreicht, was die Umwelt angeht, was den Frieden angeht. Das größte Problem, was wir heute auf der Welt haben, ist ein Mangel an Vision. Die Leute wollen immer nur behalten, was sie haben und gehen keine Risiken mehr ein. Ein anderes Problem ist, dass die Welt geteilt ist, was Religion und Politik angeht. Eine Mission wie die unsere kann die Menschen wirklich zusammenbringen. Wenn wir Erfolg haben, mit vier Menschen von vier verschiedenen Kontinenten, zwei Männern, zwei Frauenn, dann wird das eine Party für die ganze Welt sein.

Hier in Wien gibt es viele Menschen mit Visionen: Entrepreneure, Gründer, Erfinder. Gibt es Startups oder Unternehmen, die Sie inspirieren?

Die meisten Technologien, die heute entwickelt werden, sind Gadgets, Smartphones oder Tablets. Es ist sicherlich visionär, wenn man sieht, was die Leute wollen werden, welche neuen sozialen Netzwerke sie nutzen werden – aber das verändert die Welt nicht. Man verändert die Welt nur, wenn man wirklich etwas Besonders tut. Solche Visionen fehlen uns. Gründergeist gibt es genug. Es gibt viele erfolgreiche Unternehmen mit coolen und inspirierenden Ideen. Aber Startups, die mich persönlich inspiriert haben? Mir fallen keine ein. An was ich mich erinnere, sind die Mondlandung oder das russische Weltraumprogramm. Denken Sie daran: Die Russen haben Juri Gagarin ins All geschickt, da waren die Amerikaner gerade in der Lage, subortibale Flüge zu machen – also das, was Richard Branson und andere heute machen. Das war richtig visionär. » gruenderszene

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